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Kontrastreiche Landschaften, eine vielfältige Kultur und ausgefeilte
Marketingstrategien - auch wenn Ecuador, Brasilien und Peru nicht zu den meist
gebuchten Urlaubsdestinationen der Deutschen gehören, so stiegen die Nachfrage
und das Interesse in letzter Zeit merklich an. Wie ist dieser Trend zu erklären
und wie können sich Reiseanbieter auf einen möglichen Boom vorbereiten? Der Reiz
an Lateinamerika dürfte schon längere Zeit bei den reiselustigen Deutschen
vorhanden sein. Doch erst in jüngster Zeit konnten sich Länder wie Ecuador, Peru
oder Brasilien vom hochwertigen Nischenangebot zum rasant wachsenden
Tourismusprodukt entwickeln.
Die Gründe dafür liegen zum einen auf Seiten der heimischen und
internationalen Hotelgesellschaften, die in letzter Zeit mehr Investitionen in
hochwertige Häuser getätigt haben. Zum Hauptteil liegen die Gründe jedoch im
verbesserten Flugangebot in die Region. Lateinamerikanische Fluggesellschaften
bieten jetzt einen höheren Qualitätsstandard, zudem wurde das Streckennetz
deutlich ausgebaut und Billigtickets des brasilianischen Low Costers GOL sind
nun auch in Deutschland buchbar. Flexible Airpässe bieten vor allem
Rucksacktouristen neue Möglichkeiten, Lateinamerika zu bereisen.
Es ist allgemein zu beobachten, daß sich das Image der lateinamerikanischen
Länder in letzter Zeit stark verbessert hat. Galten sie vor einiger Zeit noch
als unsicher und teuer, so wird nun die kulturelle und landschaftliche Vielfalt
geschätzt. Das Problem ist nun, daß viele Reiseberater auf den Boom nicht
vorbereitet sind und demnach nicht über das benötigte Fachwissen verfügen. Hier
kann die Arge-Schulung der Arbeitsgemeinschaft Lateinamerika e.V. Abhilfe
schaffen, die bereits über 100 Lateinamerika-Experten ausgebildet hat - zu
wenige bislang. Außerdem bietet das erwachte Interesse an Lateinamerika auch
neue Chancen für Online-Anbieter. Hier besteht eindeutig Nachholbedarf, denn
immer noch buchen nahezu 100 Prozent der Deutschen ihre Reise in die Region im
Reisebüro. Als Hemmschuh für das Lateinamerika-Geschäft zeigt sich allerdings
immer noch die dringende Notwendigkeit entweder über fundierte Spanisch- oder
Portugiesisch-Kenntnisse zu verfügen, da man mit Englisch außer in den
Top-Hotels oder Touristen-Ballungszentren nicht sehr weit kommt. Insbesondere
Individualtouristen können davon immer wieder ein Lied singen, während im
Gegensatz dazu die Pauschaltouristen - ohne entsprechende sprachliche Kenntnisse
- durch Veranstalter oder Gruppenbetreuer relativ gut bedient werden.

Mittel- bis langfristig werden jedoch auch die Sprachbarrieren kein wirkliches
Hindernis in der Entwicklung dieses touristischen Marktes sein. Zum einen
steigen die Zahlen derer, die Spanisch als Fremdsprache sprechen oder lernen in
Deutschland jährlich an, zum anderen werden immer mehr europäische und
amerikanische Touristen in den lateinamerikanischen Ländern dafür sorgen, daß
auch die Englisch-Kenntnisse der Bevölkerung in den betroffenen Regionen wächst,
um Geschäfte mit den Touristen machen zu können.
Vgl. Newsletter 01/2008
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