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Kreuzfahrten sprechen längst nicht mehr nur ein älteres Publikum an. Auch
junge Paare, Singles oder Familien lockt es immer öfter zu Rundreisen auf dem
offenen Meer. Die Reiseveranstalter reagieren und bieten immer wieder neue und
ausgefallene Produkte rund um die Welt des „Traumschiffs“ an. Doch worin liegen
die Gründe für den anhaltenden Boom und wie kann man das Wachstumspotential der
Branche erklären?
Der Kreuzfahrten-Sektor kann wie kaum ein anderer im Tourismus konstant
hohe Wachstumsraten verzeichnen. Diese liegen derzeit jährlich bei etwa 10
Prozent. 2006 markierte dabei einen Meilenstein: Erstmals erfüllten sich mehr
als eine Million Bundesbürger den Traum von der hohen See. Das Geschäft boomt,
die Reisebüros können diesen Trend nur bestätigen. 838 der 1208 von „Urlaub
Perfekt“ befragten Reisebüro-Mitarbeiter wählten die Kreuzfahrt auf Platz 1 der
Urlaubswünsche der Deutschen.
Doch wie ist diese Entwicklung zu erklären? Bei der großen Frage nach dem
„Warum“ kommt man nicht daran vorbei, das Persönlichkeitsprofil der
Kreuzfahrtpassagiere näher zu betrachten. In den USA trat der Wandel dieses
Profils früher ein, nämlich Ende der 1960er Jahre. Deutschland zeigte sich hier
konservativer, denn bei uns entwickelte sich das Kreuzfahrten-Massengeschäft
erst Ende der 1990er Jahre.
In der Tat sind es gerade die ausgefallenen Erlebnis-Kreuzfahrten mit
jugendlichem Anstrich, die voll auf Erfolgskurs liegen. Weg vom klassischen,
verstaubten „Senioren-Ruf“ heißt die Devise der Reedereien. Die Reisenden wollen
sich heutzutage nicht mehr bevormunden lassen und legen viel Wert darauf, ihren
Urlaub selbst zu organisieren und spontan zu sein. So versucht zum Beispiel
Viking mit Themenreisen à la „auf den Spuren der Römer oder bekannter Künstler“
neue Zielgruppen zu erschließen und das etwas hinterherhinkende
Flußfahrten-Geschäft weiter anzukurbeln. Und auch Kinder sollen auf den
„Traumschiff-Geschmack“ kommen. Hapag-Lloyd Kreuzfahrten bietet beispielsweise
Familienreisen mit Ausflügen speziell für Kinder an. Extratouren ins
Pippi-Langstrumpf-Haus oder Piratentörns im niederländischen Wattenmeer - der
Branche gelingt es immer häufiger, auch Aktivurlauber mit Kindern ins
Kreuzfahrt-Schiff zu holen.

Übrigens: Die Zeiten, in denen Hochseeschiffe nach einem Land oder einer Stadt
benannt wurden, sind vorbei. Schon der Name soll eine Emotion transportieren und
die Lust auf eine Kreuzfahrt wecken. Hier ist nun auch das Handeln der
Traditionsreedereien gefragt, die bislang dem Marktführer Aida in puncto Innovationsfreudigkeit noch um einiges nachstehen.
Vgl. Newsletter 03/2008
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