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FORSCHUNG: INCOMING-TOURISMUS

Deutschland als Reiseziel immer attraktiver
Chancen durch neue Mittelschichten in Asien?

Forschung: Incoming-Tourismus Von Jahr zu Jahr zieht Deutschland als Urlaubsziel mehr ausländische Touristen an. Im Jahr 2006 besuchten insgesamt 23,6 Mio. Gäste aus aller Welt das Land, was gegenüber 2003 einen Zuwachs von 36% ausmacht. Die Urlauber gaben während ihres Besuchs insgesamt ca. 26,1 Mrd. Euro aus - der Zuwachs bei den touristischen Einkünften liegt damit mit knapp 54% gegenüber 2003 sogar noch deutlich höher als bei den Urlauberzahlen.

Die meisten Touristen kommen nach wie vor aus Europa: Der Gesamtanteil der europäischen Touristen am Incoming-Tourismus liegt seit Jahren konstant bei 74%, lediglich der Anteil der einzelnen Länder variiert geringfügig. Die niederländischen Gäste waren 2006 die bei Weitem zahlreichsten Besucher Deutschlands (8,8 Mio.). Erst mit einigem Abstand folgten Briten (4,5 Mio.), Schweizer (3,5 Mio.) und Italiener (2,9 Mio.). Weitere wichtige Quellmärkte sind Amerika und Asien, während Besucher aus Australien und Afrika nur einen sehr geringen Anteil am Gesamtmarkt ausmachen. Die Wünsche und Bedürfnisse der europäischen Touristen zu kennen ist also ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen, die im Inland touristische Leistungen anbieten. Von entscheidender Bedeutung ist es jedoch auch, künftige Potentiale und Chancen des Incoming-Tourismus aus anderen Regionen der Welt zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
In diesem Zusammenhang werden häufig die neuen Mittelschichten in wirtschaftlich prosperierenden Ländern wie China, Rußland und Indien als wichtiges touristisches Potential genannt. Tatsächlich bilden sich in diesen Ländern breite wohlhabende und gebildete Schichten, die somit die finanziellen Möglichkeiten für Auslandsreisen haben. Doch spiegelt sich diese Entwicklung auch im deutschen Incoming-Tourismus wider? Die Entwicklung der Gästezahlen aus Asien und Rußland zeigt, daß sich die Anbieter touristischer Leistungen in Deutschland in Zukunft auf Besucher mit ganz neuen Wünschen und Erwartungen einstellen müssen. Manche touristischen Dienstleister haben ihr Angebot bereits auf die neuen Kunden zugeschnitten - wie z. B. mit chinesischen Speisekarten, russisch sprechenden Angestellten oder auch speziellen Autobahn-Paketen für chinesische Touristen mit Spaß am schnellen Fahren.

Deutschland Incoming Tourismus 2006: Anzahl der Übernachtungen nach Kontinent

Die größte Herausforderung wird jedoch wohl sein, die Touristen für mehr als ein oder zwei Tage ins Land zu locken. Bisher ist noch die Rundreise „Europa in 10 Tagen“ der Standard - ein Angebot, bei dem die Gäste aus Peking oder Delhi von Deutschland meist nicht viel mehr als das Brandenburger Tor und Schloß Neuschwanstein zu sehen bekommen. 

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